The Revenant

Lange, wirklich sehr lange habe ich mich auf Alejandro González Iñárritus „The Revenant“ gefreut. Die Nachricht, dass Leonardo DiCaprio und Tom Hardy die Hauptrollen übernehmen würden, war wie Musik in meinen Ohren. Wurde es das erwartete Meisterwerk?

Die Handlung ist schnell erzählt: Der Trapper Hugh Glass wird in den 1820er Jahren von seinen Mitstreitern nach einem Zwischenfall mit einem Bären zum Sterben zurückgelassen und sinnt von nun an nach Rache.

Rache ist das richtige Stichwort, da dies das zentrale Motiv des Films ist.Was kann ein Mensch auf sich nehmen, wie viel Leid kann er ertragen, um seine Rache zu bekommen? Und Leonardo DiCaprio leidet viel, er leidet sich sogar zum längst überfälligen Oscar, wobei dies hier nicht mal seine stärkste Performance war. Stärker ist hier die darstellerische Leistung von Tom Hardy, der den leicht verrückten und brutalen John Fitzgerald verkörpert.

Zweifelsohne ist dies ein Film für die große Leinwand. Erst dort entfalten sich die Bilder von Kameramann Lubezki komplett und reißen einen völlig in den Bann. Es wurden tatsächlich Bilder für die Ewigkeit geschaffen, die man vorher noch nicht gesehen hat.

Kühl, brutal und kompromisslos, diese Wörter beschreiben den  Film ziemlich gut. Eine Szene im Film übertrifft an Intensität allerdings alles vorher und nachher Gesehene. Der Kampf zwischen dem Bären und Glass ist derart realistisch und brutal inszeniert, dass man jede Kralle auf Glass Rücken mitfühlt und mitschreien möchte.

Die Kälte und Intensität des Films sind einzigartig und machen ihn zu einem außergewöhnlichen Seherlebnis mit einer Kameraarbeit, die alles bisherige in den Schatten stellen kann und neue Maßstäbe setzt. Musik wird in „The Revenant“ nur unterschwellig eingesetzt, sodass den Bildern komplette Freiheit gegeben wird.

Ingesamt kratzt „The Revenant“ an dem erhofften Meisterwerk, kommt aber letztendlich nicht ganz dran, da die Story zu dünn ist und das letzte dramaturgische i- Tüpfelchen dann doch fehlt.

9/10

 

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑