Kong: Skull Island

Kong ist zurück und in dieser Adaption größer als jemals zuvor. Dies mag zweifellos daran liegen, dass „Kong: Skull Island“ ein Teil der neuen Monsterverse Filmreihe ist, bei der es letztendlich zum Showdown zwischen Kong und Godzilla kommen soll.

„Skull Island“ ist mittlerweile die neunte Verfilmung rundum den Riesenaffen Kong. Während Peter Jacksons Film aus dem Jahre 2005 eine Neuverfilmung des Klassiker „King Kong und die weiße Frau“ war , ist Jordan Vogt-Roberts Interpretation ein reiner Actionfilm , ja schon fast ein  Kriegsfilm.

So unterscheidet er sich auch in der Zeit , in der die Handlung spielt. Kurz nach Ende des Vietnam Kriegs macht sich ein Trupp auf nach Skull Island , um die Insel zu erforschen. Das gab es zuvor noch in keinem Kong Film und auch die ersten Trailer versprachen eine spannende Mischung aus dem klassischen Kong-Stoff und einer Verabeitung des Vietnamkriegs.

Weshalb es nicht überrascht, dass einige Szenen ganz klar angelehnt sind an Klassikern wie „Apocalypse Now“. Aufnahmen, wie Hubschrauber Richtung Sonne bzw. King Kong fliegen,  sind toll eingefangen. Generell macht die Kamera einen guten Job und wirft die ein oder andere Perspektive auf, die sehr überzeugend ist.

Überzeugend klang auch der Cast. Leute, wie Tom Hiddleston , John Godman oder die wunderbare Brie Larson , sind Schauspieler der allerersten Güteklasse. Im Endeffekt muss man leider feststellen, dass sie die Rollen einzig und allein des Geldes wegen angenommen haben und nicht durch ein gutes Drehbuch überzeugt wurden. Die Dialoge sind äußerst plump und den Charakteren wird absolut keine Tiefe verpasst. Einzig die Motivation von Samuel L. Jackson ist etwas nachzuvollziehen, doch auch seine Rolle ist derart stereotypisch , dass man sich nur wünscht, dass er jeden Moment von einem der Wesen auf der Insel gefressen wird.

Charaktere , die sterben, lassen einen völlig kalt und das ist bei solch tollen Darstellern doch äußerst schade. Jedes mal wenn es etwas tiefer gehen könnte, wird dies durch eine Actionszene direkt unterbrochen.

Passend zu der Zeit werden einige Frequenzen mit klassischer 70er Musik untermalt. Dies kann sehr cool sein, wird hier aber so oft benutzt, sodass es schon negativ auffällt.

Optisch ist der Film ok. Das CGI ist auf einem guten Niveau  und vorallem Nahaufnahmen von Kong sehen schon sehr gut aus. Leider wirkt alles zu künstlich , da der Film wahrscheinlich nur vor einer grünen Wand gedreht wurde und dies dann doch auffällig ist.

Gerade das Menschliche von King Kong hat in vorherigen Filmen immer stark berührt. Das Gefühl Kong verstehen zu können, seine Trauer und die Tragik seiner Figur. Auch dies findet in „Kong: Skull Island“ keinen Platz.

Man darf die Frage stellen, ob der Film das überhaupt will? Will er Tiefe in die Figuren bringen?  Will er uns wie „King Kong und die weiße Frau“ berühren?  Die Antwort scheint klar nein zu sein. Er will unterhalten, typisches CGI -Popcorn -Kino sein. Doch er hält diese Linie nicht ein , was ihn inkonsequent und teilweise lächerlich macht. Ruhige Momente mit Kong werden angekratzt und dann sofort unterbrochen.  Die angedeutete tiefe Bindung zwischen der Fotografin Weaver und King Kong ist dermaßen deplatziert und durch unfreiwillig komische Szenen dargestellt. Es scheint so als ob man den Faden verloren hätte und hinten raus doch noch versucht den Bogen zu anderen tollen King Kong Versionen zu spannen.

Rasant inszenierte, aber leider viel zu flache und inkonsequente King Kong Adaption.

4/10

 

 

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