Der Hobbit- Trilogie

Die „Herr der Ringe“ Trilogie ist die wohl beste, die jemals geschaffen wurde und hat uns so unglaubliche Momente beschert. „Die Gefährten“ aus dem Jahre 2001 ist für mich einer der besten Filme aller Zeiten und bis heute das Fanatsy-Epos schlechthin. „Die Gefährten“, „Die zwei Türme“ und „Die Rückkehr des Königs“ , alle drei haben Filmgeschichte geschrieben und neue Maßstäbe gesetzt.

Jeder Fan der Filme, sowie der Bücher weiß um den „Hobbit“, die Vorgeschichte des Klassikers von J.R.R. Tolkien. Bereits 1995 überlegte Jackson diesen zu verfilmen und zwar in so fern, dass in seiner Triologie der erste Teil aus dem „Hobbit“ bestehen sollte und die weiteren zwei Filme aus dem „Herr der Ringe“. Diese Idee wurde bekanntlicherweise verworfen und was folgte wissen wir.

Nach langem hin und her wurde 2008 Guillmero del Toro mit dem „Hobbit“ beauftragt. Dies schien eine gute Wahl zu sein, da er bereits mit „Hellboy“ einen interessanten Film und mit „Pans Labyrinth“ ein wahres Meisterwerk schuf. Erste Aussagen und Ideen von del Toro weckten die Vorfreude und machten Hoffnung, dass die Vorgeschichte zu „Der Herr der Ringe“ ebenfalls großartig werden würde.

2 Jahre später, als es schließlich zum Drehbeginn kommen sollte, sprang Del Toro überraschenderweise aufgrund von terminlichen Problemen ab und Peter Jackson, der Schöpfer der wohl besten Trilogie aller Zeiten nahm sich seiner Vorgeschichte höchst persönlich an. Der Verlust von del Toro schien hiermit nicht allzu groß zu sein. Diese Annahme sollte sich allerdings nicht bewahrheiten.

Im Folgenden werden die verschiedenen Teile der „Hobbit“-Triologie nicht einzeln besprochen, sondern zusammengefasst, da Schwächen und Probleme auf alle drei Werke übertragbar sind.

„Eine unerwartete Reise“, „Smaugs Einöde“ und „Die Schlacht der Fünf Heere“, so sollten sie also heißen, die Filme, die uns erneut mit nach Mittelerde nehmen und uns eintauchen lassen in die Welt von Elben, Orks und all den fantastischen Wesen, die Tolkien schuf.

Wenn man zum ersten Mal nach fast 10 Jahren ins Auenland zurückkehrt, lässt dies die Augen ganz groß werden und Gänsehaut verbreitet sich am ganzen Körper. Bis zum Auftritt der Zwerge bei Bilbo Beutlin ist der Wiedereinstieg gelungen und man fühlt sich heimisch und geborgen.

Leider ist dies das erste große Manko der Filme. Natürlich ist „Der Hobbit“ in erster Linie ein Kinderbuch und es war durchaus klar, dass dies auch in den Filme wiederzuerkennen sein wird. „Der Herr der Ringe“ hatte auch seine lustigen Momente, doch hier wurde eine Schippe draufgelegt. Teilweise slapstickartig werden die Zwerge eingeführt. Kostümtechnisch bestimmt sehr aufwendig, sind einige der Zwerge leider zu menschlich geworden, sodass das typisch zwergische, was in den „Herr der Ringe“-Filme aufgebaut wurde, hier aus dem Konzept fällt.

Insgesamt ist der Ton der Filme deutlich lockerer als der seiner Vorgänger bzw. Nachfolger. Dies mag sicherlich der Vorlage geschuldet sein, allerdings wäre hier eine Adaption von Guillmero del Toro interessant gewesen, da er bereits angekündigt hatte, dass sein Stil düsterer ausfallen würde als im Buch.

Tricktechnisch war „Der Herr der Ringe“ revolutionär und trotz der fantastischen Welt überaus greifbar und realistisch. Dies lag besonderes an dem Gleichgewicht zwischen praktischen und am Computer entstandenen Effekten.

„Der Hobbit“ ist hingegen ein wahres CGI-Massaker. Während man im ersten Teil das ein oder andere mal das Gefühl hat, dass die Darsteller wirklich auf einer grünen Wiese stehen, ist der dritte Teil “ Die Schlacht der Fünf Heere“ komplettes „Greenscreen-Gehüpfe“. Bereits bei „Der Herr der Ringe “ hat Jackson von Film zu Film mehr CGI benutzt, da es aber auch notwendig war. Aber ist es notwendig Pferde und Tische zu animieren?

Die 48 Bilder pro Sekunde wirken auch eher schadend, da man den Eindruck bekommt, dass man gerade eine aalglatte Dokumentation zu Gesicht bekommt.

Paradoxerweise sorgen gerade zwei animierte Figuren für die beiden stärksten Momente der Triologie. Das Auftreten von Gollum in „Eine unerwartete Reise“ und das Erscheinen des Drachen Smaugs in „Smaugs Einöde sind die Highlights einer sonst schwachen Filmreihe.

Der, wie immer großartige, Ian McKellen als Gandalf ist ein weiterer Hoffnungsschimmer. Neben ihm wirkt Martin Freeman als Bilbo Beutlin leider völlig überfordert und verleiht seiner Figur nur wenig Sympathie und Tiefe.

Wenn man ein dünnes Kinderbuch schon auf drei jeweils fast 3 stündige Filme ausbreitet, kann man erwarten, dass die Figuren etwas besser beleuchtet werden. Allerdings entwickelt man zu der Gemeinschaft eine Gleichgültigkeit und fiebert bei Kämpfen nicht um deren Leben mit. Anders bei den Gefährten aus den „Herr der Ringe“-Filmen. Die Sympathie fehlt und keiner der Darsteller kann seinem Zwerg Leben einhauchen, einzig Balin mag überzeugen.

Auch bei „Der Herr der Ringe“ wurde sich nicht komplett an die literarische Vorlage gehalten. Eine deutlich stärkere Bindung zwischen Aragon und Arwen wurde eingebaut, wirkte aber nie gezwungen oder aufgesetzt. Die Beziehung zwischen der Elbin Tauriel  und dem Zwerg Kili wirkt dermaßen unplaziert und kitschig , dass man nur wegsehen möchte.

Im Gegensatz zu „Der Herr der Ringe“ ist „Der Hobbit“ nicht mutig. Er schwimmt im selben Strom mit, wie andere typische Blockbuster von heute, er ist Mainstream und geht bis auf die  48 Bilder pro Sekunde keine neuen Wege.

„Der Hobbit“ wirkt künstlich und ohne Herzblut gedreht. Dies mag, wie bereits bekannt, an dem chaotischen Drehbedinungen liegen, aber hätte man sich nicht mehr Zeit nehmen können? Das Erbe war groß und es ist gescheitert. Jackson hat mit seinem zweiten Ausflug nach Mittelerde versagt, da er finanziellen Erfolg vorangestellt hat.

Den Ansatz, dass man sowohl den „Herr der Ringe“ als auch den „Hobbit“ als eigenständige Filme ansehen sollte und sie deshalb nicht miteinander vergleichen könnte, unterstütze ich nicht, da beide zum selben Franchise gehören. Darüber hinaus wurden beide auch noch vom selben Regisseur gedreht, was bei zwei unterschiedlichen noch hätte verstanden werden können.

Insgesamt haucht das Feeling von Mittelerde dann doch hin und wieder auf, versprüht aber nicht den selben Charme wie früher und kann dieses nur kurz halten. Aufgrund der enorm großen Erwartungen ist es eine sehr enttäuschende Rückkehr in Tolkiens Welt.

„Eine unerwartete Reise“ : 5/10

„Smaugs Einöde“ : 5/10

„Die Schlacht der Fünf Heere“ : 3/10

Gesamt: 4/10

 

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