Mit George A. Romeros „Die Nacht der lebenden Toten“ erwachte das Zombiegenre völlig neu und wurde einer breiten Masse geläufig. Seitdem flimerten unzählige Adaptionen des Horror Subgenre über die Kinoleinwand und auch das Fernsehen hat es mittlerweile mit „The Walking Dead“ erreicht.
2002 erschien allerdings ein besonderer Film in diesem Bereich im Kino. “ 28 Days Later“ von Kultregisseur Danny Boyle revolutionierte das Genre zwar nicht, brachte aber einige neue Elemente mit ein und überzeugte durch seinen ganz eigenen Stil.
28 Tage nach Ausbruch eines Virus erwacht der Protagonist Jim aus dem Koma und findet ein völlig verlassenes London vor. Er muss schließlich feststellen, dass es ganz so verlassen dann doch nicht ist…
Die Geschichte erinnert stark an „Der Omega-Mann“ von Boris Sagal, doch dies stört keineswegs, da man großartige Innovationen bei derartigen Filmen nicht erwartet und das Hauptaugenmerk auf der Inszenierung des altbekannten Stoffes liegt.
Die mit Handkamera aufgenommenen Bilder vom ausgerotteten London sind deprimierend und erdrückend. Der Film verzichtet auf große Spezialeffekte und setzt stattdessen auf Realismus und bereitet das Setting so auf, dass man sich eine solche Epidemie genauso vorstellen könnte.
Im Gegensatz zu vielen anderen Filmen seiner Art werden die Zombies hier nicht als sich langsam fortbewegende Menge dargestellt, sondern erinnern eher an Tollwutinfizierte. Ihre Angriffe sind schnell und unvorhersehbar stürmen sie aus dunklen Ecken hervor. So ergeben sich teils hervorragend eingefange Verfolgungsjagden, die den Blutdruck in die Höhe treiben.
Die Darsteller sind weitestgehend eher unbekannt. Einzig der charismatische Brendan Gleeson dürfte ein Begriff sein. Dies hindert aber nicht daran, dass alle Akteure einen guten Job machen und sie nie gleichgültig werden.
Zum Ende hin geht dem Film leider etwas die Luft aus und er kann die dichte Atmosphäre nicht immer halten. Mit Ankunft im Militärlager kippt der Film minimal und die stereotypische Darstellung der bösen Soldaten ist zu simpel.
Trotz alle dem ist „28 Days Later“ eine erfrischende Abwechslung und liefert uns eine wunderbar düstere Utopie, die Nervenkitzel und realistischen Horror bietet.
8/10