2000 wagte Ridley Scott mit seinem „Gladiator“ einen Ausflug ins alte Rom und erweckte den sogenannten Monumentalfilm wieder zum Leben. Mit „Königreich der Himmel“ brachte uns Scott 2005 die Zeit der Kreuzzüge näher. Leider gestaltete sich dieser nicht so imposant wie sein Film von 2000.
Ridley Scott ist ein Perfektionist und hat in seiner Vita einige Meisterwerke stehen. Immer wieder schuf er Bilder für die Ewigkeit. In seinem Werk von 2005 konzentrierte er sich leider zu sehr auf eben diese epischen Bilder und vernachlässigte eine gute und komplexe Story, die den Zuschauer in den Bann zieht, wie es „Gladiator“ damals tat.
Der junge Balian folgt dem Pfad seines Vaters ins heilige Land und gerät in diverse Intrigen in Mitten der brutalen Kreuzzüge.
Die Story an sich bietet viel Potential, wird aber hier nicht ausgeschöpft. Der Director´s Cut soll die Geschichte viel besser erklären und ausführen, diesen habe ich leider noch nicht gesehen, weshalb ich mich nur auf die normale Kinoversion beziehen kann.
Und in eben dieser ist die Handlung nicht stimmig und lässt viele Storylines ins Leere laufen oder ungeklärt.
Die Hauptrolle übernimmt Orlando Bloom, der hier nicht voll überzeugt und seiner Figur nicht genug Sympathie verleiht. Möglicherweise ist seine Figur in der längeren Version besser aufgearbeitet. Überzeugen können vor allem die Nebenrollen. Ein glänzender Brendan Gleeson und ein leider zu kurz vorkommender Liam Neeson lassen keine Wünsche übrig.
Was handlungstechnisch nicht ganz gelingen will, gelingt optisch allerdings alle mal. Mit neuster Computertechnik wurde das Jerusalem des 12. Jahrhunderts beeindruckend realisiert und riesige Armeen auf den Bildschirm projiziert. Es gibt epische Schlachtfrequenzen und fesselnde Musik, die allerdings nicht ganz unbekannt rüberkommt, hier wurde sich ordentlich aus anderen Filmen bedient. Insgesamt sind Kostüm und Setting erstaunlich.
Handwerklich bleibt Scott nichts schuldig und schafft es seine Zuschauer wunderbar zu unterhalten. So ist „Königreich der Himmel“ ein durchaus kurzweiliger und hervorragend anzusehender Historienfilm, der Schwächen in der Handlung hat, aber bestens aufgelegte Nebendarsteller und emotionale Bilder vertuschen dies oft genug, sodass er insgesamt sehenswert bleibt.
7/10
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