Die Cohen-Brüder gelten mittlerweile als hoch angesehene Regisseure in Hollywood und konnten schon das ein oder andere Meisterwerk auf die Leinwand bringen. 1996 gelang ihnen mit „Fargo“ wohl der Durchbruch, indem sie für ihr Werk mit zwei Oscars ausgezeichnet wurden.
Die Geschichte ist so verrückt und doch so nah am Leben erzählt, dass sie einem trotz der Härte und der Ernsthaftigkeit, immer wieder ein Lächeln ins Gesicht zaubert. Zu Beginn des Films wird behauptet, sie beruhe auf wahren Ereignissen. Dies ist allerdings nur als Gag der beiden Brüder zu verstehen, so wie sie es auch im Abspann bestätigen.
Erzählt wird die Geschichte von Jerry, der Geldnöte hat und so auf die Idee kommt zwei Gangster zu beauftragen, die seine Frau entführen sollen. Das erbrachte Lösegeld vom vermögenden Schwiegervater soll schließlich mit den Gangstern geteilt werden. Dass es zu der ein oder anderen Komplikation kommen wird, ist unvermeidlich…
Der Stil der Cohen-Brüder weist unübersehbare Parallelen zu Quentin Tarantino auf. Wer mit seinen Filmen seinen Spaß hat, wird „Fargo“ ebenfalls lieben. Die Dialoge sind unglaublich irrwitzig und die Figuren tappen von Absurdität zu Absurdität. Brutale Zwischenfälle bringen eine gewisse Härte mit, die dem Film zugute kommt und im krassen Gegensatz zur gezeigten, kleinstädtischen Harmonie steht.
Die Figuren werden fein skizziert und es wird ein herrliches Bild geschaffen von typischen Provinzbewohnern; ein klarer Seitenhieb an das spießige Bürgertum. Das Timing ist passend und die Spannung bei diesem Thriller wird in der recht kurzen Lauflänge durchgängig hochgehalten.
Mittlerweile gilt „Fargo“ als absoluter Klassiker und ist ein Paradebeispiel für schwarzhumorige Kriminalfilme. Meines Erachtens hätte er an der ein oder anderen Stelle ruhig noch derber sein können. Trotz der vorhanden Spannung, ist die Handlung hinten raus doch etwas enttäuschend. Unvorhersehbare Wendungen gibt es nicht wirklich und der große Clou fehlt dann doch.
So bleibt ein irrwitziger Krimi, der als kritische Betrachtung des Spießertums angesehen werden darf und dabei eine tolle Geschichte rundum Erpressung und Lügen erzählt. Schlussendlich schafft er es aber nicht die entscheidene Pointe aufzubringen.
8/10
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