Midnight in Paris

Owen Wilson kennt man hauptsächlich aus albernen Komödien, in denen er den verpeilten Typen spielt. Verpeilt ist er auch hier etwas, doch er beweist, dass er ein durchaus guter Schauspieler mit vielen Facetten ist. Woody Allen hat auf seiner romantischen Reise durch Paris, förmlich alles aus ihm heraus gekitzelt. Doch worum geht es in „Midnight in Paris“ ?

Der Drehbuchautor Gil ist mit seiner Verlobten Inez und deren Eltern zu Besuch in Paris. Während diese von der französischen Hauptstadt nicht gerade begeistert sind, hat sich Gil in jene verliebt und würde am liebsten dorthin ziehen. Besonders die 1920er Jahre haben es ihm angetan und er muss schnell feststellen, dass ein Ausflug in diese Zeit nicht unmöglich ist…

Geschickt verzweigt Allen Vergangenheit mit Gegenwart und präsentiert uns einige der größten Künstler einer goldenen Ära. Jene Berühmtheiten werden durch groß besetzte Nebenrollen verkörpert, wie etwa Tom Hiddleston als F. Scott Fitzgerald oder Adrien Brody in der Rolle des Salvador Dalis. Über Owen Wilson sprach ich bereits, der hier wirklich toll agiert und dem man die Rolle des naiven Schriftstellers, der sich auf den Straßen von Paris auf die Suche nach Liebe und Glückseligkeit macht, gänzlich abkauft.

Woody Allens Liebeserklärung an Paris ist ohne Frage voll von Kitsch, aber der Film weiß um diese Künstlichkeit und spielt mit ihr. Federleicht lässt er seine Hauptfigur durch Paris gleiten und versprüht dabei seinen Charme. Der Film vermittelt ein gewisses Gefühl. Das Gefühl von einer warmen Sommerprise in Nächten, die niemals enden sollen.

Da wir die Lobeshymne auf eine Stadt sehen, wird diese schnörkellos vorgestellt. Kritik gibt es nicht, es werden ausschließlich die schönen Seiten gezeigt, was dem Gefühl geschuldet ist. „Midnight in Paris“ wird nicht vielen zugänglich sein. Er ist ruhig und dialoglastig. Ein Film für Cineasten, doch wer einen Woody Allen Film sieht, dürfte wissen worauf er sich einlässt. An einigen Stellen ist er dann doch stockend geworden, was tolle Bilder nicht immer ausgleichen können.

So bleibt ein kleiner Film, der zum träumen anregt und völlig süß und charmant daherkommt, allerdings eine zu perfekte Art besitzt, die auf Dauer anstrengend werden kann. Nach dem Gesehenen bekommt man auf jeden Fall Lust Paris zu besuchen; gute Werbung für die Stadt.

7/10

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