Nachdem Guy Ritchie bereits mit Sherlock Holmes einen Ausflug in die britische Legendengeschichte machte, wagt er sich nun an den Mythos rundum König Arthur und seine Tafelrunde. Da dieser historisch nun endgültig widerlegt zu sein scheint, blieb Ritchie viel Spielraum für eigene Interpretationen. Wie in seinen anderen Werken, ist ihm das Setting egal; seinen ganz eigenen Stil Filme zu machen, setzt er konsequent in „King Arthur“ fort.
Verfilmungen über den großen König gab es schon viele und so mag die Geschichte den meisten bekannt sein. In „King Arthur: Legend of the Sword“ wird der Aufstieg von Arthur zum König und zur Legende thematisiert. Der Junge aus der Gosse trotzt allen Widrigkeiten und bestreitet seinen Weg zum Thron.
Spannung ist bei dieser Geschichte nicht vorprogramiert. Jeder weiß um die Schritte, die nach und nach folgen werden und Guy Ritchie denkt gar nicht daran etwas an diesem Weg zu ändern. Eine ausgekorene Geschichte mit vielen Wendungen will er nicht präsentieren, was zwar schade ist, aber auch nicht erwartbar war.
Wer vorherige Filme von ihm gesehen hat weiß, dass er ohne Kompromisse seinen Stil in die Filme bringt. Schnelle Schnitte, coole Sprüche und ein rasantes Tempo sind klare Merkmale eines Ritchie Films und werden auch hier verwendet.
Nicht immer funktionieren sie, da besonders bei den Kampfsequenzen häufig der Überblick verloren gehen kann und die rasanten Schnittwechsel eher als störend empfunden werden können. Im Großen und Ganzen ist die Art des Films dennoch erfrischend für dieses Genre und verleiht der Arthur Saga einen gewissen Style.
Ein richtiges Mittelalter- und Ritterflair kommt allerdings kaum auf, was bei dieser Geschichte doch nötig gewesen wäre. Das Raue und Dreckige, was das Genre zu etwas besonderem macht, geht dem Film völlig ab. Alles ist bedacht und auf cool getrimmt.
Cool ist auch der passende Begriff für Charlie Hunnam, der den britischen König als durchtrainierten, nicht auf den Mund gefallenen und gut aussehenden Mann verkörpert. Es wird das Bild eines perfekten Heldens suggeriert, was zu makellos geraten ist. Schwächen werden Arthur nicht zugeschrieben, einzig die Last des Schwertes bzw. der Macht wird angekratzt, aber nie vertieft. Ein innerlich zerissenerer Antiheld hätte der Figur mehr Tiefe gegeben. Dafür ist die Figur des Antagonisten Vortigern umso besser geraten. Jude Law spielt einen wunderbaren Bösewicht, der auf ganzer Linie überzeugt.
Guy Ritchie schuf eine fein skizzierte Fantasywelt, die mit tollen Kulissen und Wesen ausgestattet ist. Das CGI ist an manchen Stellen sehr sehenswert, an anderen herrscht allerdings ein wahres CGI-Massaker, wo eindeutig weniger mehr gewesen wäre. Musikalisch bietet „King Arthur: Legend of the Sword“ einige prima Stücke, die einem im Zusammenhang mit den schnellen Schnitten das Adrenalin durch Adern pumpen lässt.
Wie bereits erwähnt, ist das Tempo des Films sehr hoch, jedoch scheint die Geschichte zum Ende hin einen Schlusspunkt zu flott erreichen zu wollen, denn ehe man sich versieht, bekommt man den Endkampf vor die Nase gesetzt und weiß so recht gar nicht, wie dieser jetzt zustande kam.
Alles in allem ist „King Arthur“ von Guy Ritchie eine erfrischende, coole und besonders stylische Adaption des berühmten Stoffes, findet allerdings nicht immer die perfekte Mischung aus Kunst und dem eigentlichen Thema und ist in einigen Szenen zu überladen. Fünf weitere Filme sollen bei Erfolg folgen, Potential nach oben ist auf jeden Fall vorhanden.
6,5/10
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