Das Märchen der Märchen

Anfang des 17. Jahrhunderts war der Schriftsteller Giambattista Basile Wegbereiter für die Kinderliteratur und gilt als einer der ersten europäischen Märchenerzähler. Einige seiner Werke verfilmte Regisseur Matteo Garrone 2015, zwar nicht ganz werksgetreu, aber doch recht nah am Original.

Erzählt werden drei Handlungsstränge, die sich parallel voneinander abspielen und am Ende zusammenlaufen.

1. Der Floh: Ein König züchtet einen Floh groß bis dieser die Größe eines fetten Hundes hat und vernachlässigt hierbei immer mehr die Interessen seiner einzigen Tochter.

2. Die hinterlistige Hirschkuh: Der Wunsch nach Kindern bleibt für ein Königspaar unerwünscht. Nur das Verspeisen des Herzens eines Seeungeheuers kann helfen, doch die Folgen sind noch nicht abzusehen.

3. Die geschundene Alte: Zwei Schwestern täuschen einem König vor, dass sie wunderschöne junge Frauen sind und bekommen druch eine Hexe Hilfe dies zu realisieren.

Immer wieder wird während des Films zwischen den Handlungen gesprungen, was durchaus abwechselnd ist. Längen hat er dennoch. Einzelne Dialoge oder Handlungen hätte man in den 134 Minuten Lauflänge eindeutig kürzen müssen, damit er knackiger wird.

Für die ausgedehnte Erzählung können dafür die Bilder abhelfen. „Das Märchen der Märchen“ ist visuell ein ganz besonderes Stück Film. Kostüm, Setting und Effekte sind erfrischend greifbar und bis ins kleinste Detail ausgearbeitet. Der Look ist einzigartig und man kann sich in der zauberhaften Welt verlieren.

Der Märchenfilm ist allerdings kaum für Kinder geeignet, sondern sehr erwachsen geraten. Er ist angenehm rau und nicht aalglatt, wie andere Produktionen dieser Art. Originalität und Mut können ihm zugeschrieben werden, was in der Zeit von Remakes und Reboots nicht oft der Fall ist.

Schauspielerisch haben wir abgesehen von Salma Hayek, Vincent Cassel und John C. Reilly eher unbekannte Darsteller, doch alle spielen wirklich tadellos. Hier gibt es keinen besonders zu loben, aber es tanzt auch niemand aus der Reihe.

So bleibt ein Märchenfilm für Erwachsene, der mit einem noch besseren Drehbuch, ein großartiger Film hätte werden, so dennoch sehenswert ist und durch eine originelle Optik hervorsticht, aber den ganz beachtlichen Status als Genrefilm wohl eher nicht bekommen wird.

6,5/10

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