Während Sciencefiction in vorherigen Filmen meist auf ein familienfreundiches Publikum ausgerichtet war, kontrastierte Ridley Scott 1979 das Genre in eine andere, viel düsterere, Richtung und ließ zugleich zum ersten Mal eine Frau in die Rolle des Helden schlüpfen.
Das Handelsschiff Nostromo ist im Jahre 2122 auf dem Rückweg zur Erde. Die Besatzung wird durch einen unerwarteten Hilferuf, ausgehend von einem fremden Planeten, aus dem Kälteschlaf geholt und steuert darauf zu eben jenen Planeten hin. Was sie dort vorfinden, hätten sie am liebsten nie entdeckt…
Der Film zeichnet sich durch eine düstere und raue Stimmung aus. Die Crew besteht nicht aus den aalglatten Weltallhelden , sondern aus dreckigen und unperfekten Figuren, die auf einem ebenso schmutzigen Raumschiff leben. All dies war zu diesem Zeitpunkt mutig und ein Schritt, der sich ausgezaht hat.
Sigourney Weaver etablierte damals die Rolle der Frauen in Actionfilmen und bereinigte jede Skepsis bezüglich ihrer Figur. Eine andere Gegenspielerin vom namengebenden Monstrum aus dem All kann man sich einfach nicht vorstellen.
Ein großer Pluspunkt von „Alien“ ist, dass man das Wesen selbst nie ganz zu Gesicht bekommt. Dadurch hält man einerseits die Spannung aufrecht, die im ganzen Film sowieso sehr hoch ist, andererseits bleibt das Alien das Unbekannte und Mysteriöse, vor dem man sich fürchet.
Atmosphärisch dicht erzählt, äußert sich dies auch in der farblichen Gestaltung. Helle Farben sind kaum vorhanden, lediglich einzelne Kabine im Raumschiff sind in hellen Tönen gestaltet. Der Rest des Frachters ähnelt teilweise schon einem Schrottplatz.
Visuell ist er bis heute beeindruckend und hat rein gar nichts im Laufe der Jahre verloren. Im Gegenteil. Zur Zeiten von CGI- Massakern, ist „Alien“ mal wieder ein Beweis dafür, wie gut Effekte handgemacht sein können und wie viel greifbarer diese sind.
Das ausgelöste Franchise konnte bis auf „Aliens“, der 7 Jahre später erschien, nicht wirklich überzeugen. Den neusten Teil der Reihe „Alien: Covenant“ werde ich nächste Woche sehen können, die Zweifel dürften allerdings sehr groß sein, dass auch dieser nicht mehr das Ruder rumreißen kann.
Lieber sollte man sich wohl nochmal „Alien“ ansehen, da dieser ein zeitloser Klassiker ist, der gekonnt die Elemente des Horrors und der Sciencefiction kombiniert und dabei nie langweilig wird. Neben „Gladiator“ und „Blade Runner“ Scotts bester Film.
8/10
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