Get Out

Er ist zur Zeit DER FILM in den USA und wird sowohl von Kritikern als auch vom Publikum bis in den Himmel gelobt. Die Rede ist von Jordan Peeles „Get Out“ ,welcher momentan bei uns in den Kinos läuft und auch hier in Deutschland sehr gute Einspielergebnisse aufweist.

Doch worum geht es? Der afroamerikanische Fotograf Chris besucht mit seiner weißen Freundin Rose zum ersten Mal deren Eltern. Diese wohnen in einem abgelegenen Landhaus mitten im Nichts. Chris fällt sofort auf, dass alle Bedienstete der Familie schwarz sind und nach einem sehr freundlichen Empfang, muss er bald feststellen, dass die Verwandtschaft seiner Freundin vielleicht doch nicht so herzlich ist, wie es zunächst scheint…

Vorab muss ich sagen, dass ich durchaus verstehen kann weshalb „Get Out“ in aller Munde ist, sehe ihn aber etwas skeptischer und kann den ganz großen Hype dann nicht voll mitgehen.

Regisseur Jordan Peele verriet in einem Interview, dass alles, was der Zuschauer sieht und hört, etwas zu bedeuten hat und keine Szene als Lückenfüller dient. Dies mag im Nachhinein logisch klingen, hierfür müsste man ihn wohl noch ein zweites Mal sehen, da „Get Out“ ein typischer Film ist, den man vermutlich erst beim zweiten oder dritten Sehen gänzlich versteht.

Während man dem Protagonisten Chris – toll dargestellt vom Briten Daniel Kaluuya, der wie der ganze Cast voll überzeugt- auf seinen Erkundungen der neuen Umgebung folgt, versprüht der Film gekonnt das Gefühl des Unbehaglichen und Unwohlen. Der perfekte Schein trügt und immer mehr kommen Fragen und Ängste ans Tageslicht.

Leider wird die tolle Spannung immer wieder durch komödische Situationen rundum die Figur Rod , welcher Chris Freund ist und mit ihm übers Handy die ganze Zeit im Kontakt steht, unterbrochen. Viele loben gerade diese Mischung aus Comedy, Thriller, Mystery und teilweise Horror. Persönlich empfand ich es eher als störend, da der ganz große Schauerfaktor nicht aufkam.

Wenn der Film sich erklärt, kommt es zu der ein oder anderen tollen Wendung, die man bestimmt nicht vorhersehen konnte. Der wahre Schlusspunkt war dann aber doch enttäuschend, da als super intelligenter Thriller, mir das Ende zu einfach gestrickt war.

Die Thematik rundum Rassismus wird allerdings toll und neu beleuchtet. Ohne Spoiler kommt man hier nicht aus, um dies genauer zu beschreiben. Falls er gesehen wird, weiß man aber was gemeint ist.  In diesem Punkt ist „Get Out“ sehr clever und fein geschrieben. In Amerika hat er deswegen wohl auch eine größere Bedeutung, da Rassismus dort ein viel stärkeres Thema ist als hier.

Alles in allem ist „Get Out“ ein guter Mysterythriller mit komödischen Elementen, der eine ordentliche Spannung und eine wunderbar dichte und bedrückende Atmosphäre besitzt. Am Ende aber dann doch zu simpel geraten ist.

7/10

 

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