The Missing

Das Westerndrama „The Missing“ aus dem Jahre 2003 floppte an den Kinokassen und wurde von Publikum und Kritikern gemischt aufgenommen. Wenn man den Cast und den Regisseur liest,  ist dies erstmal schwer zu begreifen, doch „The Missing“ macht insgesamt zu viel falsch, was schade ist, da die Geschichte durchaus spannend und mitreißend hätte erzählt werden können.

In New Mexico Ende des 19. Jahrhunderts muss Maggie Gilkeson notgedrungen auf die Hilfe ihres Vaters Samuel, der sich vor Jahren aus seinem alten Leben verabschiedete und ein Indianer wurde, zurückgreifen, um ihre älteste Tochter Lilly aus den Fängen einer brutalen Söldnergruppe zu befreien.

„The Missing“ fängt stimmungsvoll an und verspricht ein gelunger Genremix aus Familiendrama und rauem Western zu werden. Die tolle Anfangsatmosphäre kann er leider nicht halten, was nicht unbedingt an den beiden Hauptdarstellern liegt, auch wenn man Tommy Lee Jones in der Rolle eines Indianers nicht immer ganz ernst nehmen kann. Durch den Film führt uns die bezaubernde Cate Blanchett, welche ihrer Figur der verzweifelten Mutter eine enorme Kraft und Präzens verleiht. Sie alleine kann das Ruder allerdings auch nicht rumreißen.

Handwerklich ist „The Missing“ nicht schlecht. Schießereien oder Ritte zu Pferd durch die tolle Landschaft sind fein eingefangen worden, was hier nur des öfteren nervt ist die viel zu stark aufgesetzte Musik, sodass mit aller Macht versucht wird eine Stimmung aufzudrängen.

An einigen Stellen wirkt „The Missing“ auch unfreiwillig albern, was das eigentlich raue Setting beeinträchtigt. Besonders fehlplaziert wirkt der mystische Touch, was bei einer speziellen Szene gerade so ins Lächerliche fällt.

Außerdem hätten ihm 20 Minuten weniger gut getan, an einigen Stellen zieht er sich doch extrem. Starke Momente sind durchaus vorhanden, aber entweder werden sie zu schnell unterbrochen oder wurden bereits am Anfang des Films verbraucht, sodass 3/4 des Films dann einen starken Leistungsabfall verbüßen müssen.

Ron Howards „The Missing“ ist kein schlechter Film, hätte aber ein viel besserer werden können. So bleibt ein zu langer, atmosphärisch nicht immer einheitlicher Western mit dramatischen Einschlägen, der handwerklich sehenswert geworden ist, aber nach einer starken ersten halben Stunde in die falsche Richtung läuft.

 

6/10

 

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