Blood Diamond

Drei Jahre nach seinem Meisterwerk „Last Samurai“ verschlug es Edward Zwick 2006 erneut in eine fremde Kultur, die durch Krieg entzweit ist. Hintergrund seiner Geschichte ist der Bürgerkrieg in Sierra Leone, welcher von 1991 bis 2002 das Land in Angst und Schrecken hielt und bei dem schätzungsweise bis zu 300.000 Menschen ihr Leben ließen.

Mitten in diesem Krieg erzählt Zwick die Geschichte des Familienvaters Solomon, der durch die rebellierende „RUF“ ( Revolutionary United Front) seiner Heimat und Familie beraubt wird. Als er zufällig in die Hände eines wertvollen Blutdiamanten gerät, sieht er die Chance mit diesem seine Familie zu retten. Unterstützung erhält er hierbei vom Schmuggler Danny Archer und der Reporterin Maddy Bowen…

Edward Zwick schafft es zwei wichtige Dinge bei diesem Film zu vereinen. „Blood Diamond“ hat den Anspruch aufzuklären. Aufzuklären über die bis heute teilweise grausame Situation in Afrika. Aufzuklären über Kindersoldaten, über den Dimantenhandel und eben über den Krieg in Sierra Leone.

Dieses „Augenöffnen“ gelingt ihm mit teilweise krassen Bildern, die nicht davor zurückschrecken Kinder zu zeigen, wie diese dutzende unschuldige Zivilisten töten. Insgesamt ist „Blood Diamond“ in keinster Weise verharmlosend, die Kamera zeigt schonungslos die Brutalität von Krieg und Terror. Meines Erachtens nach hätte die gezeigte Ausblidung der Kindersoldaten ruhig noch einen Ticken schockierender sein können, um das Ausmaß noch deutlicher zu machen, auch wenn hier schon nicht ziemperlich umgegangen wird.

Neben Aufklärung soll der Abenteuer- Thriller natürlich auch unterhalten und uns eine tolle Geschichte erzählen. Dies meistert Zwick ebenfalls mit Bravour. Die Story ist mitreißend und Schauspieler, der ersten Riege wurden versammelt.

Leonardo Di Caprio ist halt Leonardo Di Caprio und kann gar nicht schlecht spielen, was ihm hier mal wieder eine Oscarnominierung bescherrte. Die schon reichlich ausgezeichnete Jennifer Connelly verleiht ihrer vom Grunde aus eher skeptisch zu betrachtenden Figur der Reporterin ( Das Fotografieren von Verletzten steht im Vordergund, anstatt ihnen zu helfen…)  eine enorme Sympathie, sodass sie mit Di Caprio zusammen einige besondere Szenen darbietet, welche eine mögliche Liebesbeziehung subtil und völlig frei von Klichees andeuten.

Im Schatten werden jedoch beide durch die darstellerische Wucht eines Djimon Hounsou gestellt. Seine Performance ist einzigartig und auch hier gab es zurecht eine Oscarnominierung.

Inszenatorisch ist „Blood Diamond“ hervorragend. Wie beispielsweise schon bei Zwicks vorherigen Filmen „Glory“ oder eben „Last Samurai“ sind die Kampf- und Actionfrequenzen packend und vor allem realistisch umgesetzt. Alles sieht sehr handgemacht aus und ist damit gleich noch fesselnder. Untermalt wird das Ganze durch die tolle Musik von James Newton Howard, der auch schon mit Hans Zimmer zusammengearbeitet hat.

So gelingt also der Spagat zwischen Aufklärung und Unterhaltung ausgezeichnet. Zu kritisieren bleibt eigentlich nur, dass „Blood Diamond“ an einigen Stellen etwas zu lang geraten ist, aber das ist Meckern auf hohem Niveau.

Alles in allem bleibt ein erneutes Meisterwerk von Edward Zwick, das durch tolle Bilder, grandiose Schauspieler und einen glänzenden Score nicht nur einen guten Abenteuerfilm erzählt, sondern auch Missstände aufdeckt und politische Themen beleuchtet, die in unserer westlichen Welt kaum Beachtung finden.

8,5/10

 

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