Pi

Passend zum Kinostart von Darren Aronofskys neustem Werk „Mother!“ soll es im Folgenden einmal um seinen ersten Spielfilm aus dem Jahre 1998 gehen. Nach drei Kurzfilmen wagte sich Aronofsky an die Darstellung eines Mathegenies, das immer mehr und mehr den Verstand auf der Suche nach der Zahl verliert, die die gesamte Natur erklären soll.

Sein Stil ist unverkennlich und man merkt wie Aronofsky sich in „Pi“ probiert und mit verschiedensten Stilmitteln experimentiert. Zwei Jahre später brachte er diese Machart in „Requiem for a Dream“ zu Perfektion, doch auch sein Debütfilm überzeugt durch eine surreale und düstere Atmosphäre.

Komplett im schwarz-weiß Ton gehalten und in grobkörnigen Bildern erzählt, verfolgen wir dem Protagonisten Maximilian Cohen auf seinem Weg zum vollständigen Verlust des Verstandes. Der Zuschauer weiß nie genau, wo er sich befindet. Realität oder doch in der Traumwelt von Maximilian? Die Bilder und Voice over geben keine klare Antwort, was eine hohe Konzentration erfordert.

Der Niedergang einer Person durch Drogen und Wahnvorstellung nimmt uns hier aber weniger mit als in Aronofsky zweitem Werk. Tiefe und wirkliche Emotionen bauen wir zum jüdischen Protagonisten nicht auf, was zur Folge hat, dass sein körperlicher und seelischer Zusammenbruch am Ende relativ gleichgültig bleibt.

Der schnelle Schnitt, ständige Wiederholungen und die außergewöhnlichsten Kameraeinstellungen machen „Pi“ dennoch zu einem besonderen Seherlebnis. Darren Aronofsky macht es seinem Zuschauer nicht leicht und gleich in seinem ersten Werk zeigt er die Marschroute für seine außergewöhnliche Filmographie auf.

„Pi“ berauscht die Sinne mit besonderen Bildern, eine größere, tiefere Geschichte bleibt aber aus, sodass er an der Oberfläche kratzt, aber nicht hindurchdringt. Dem Erfolg des experimentellen, mathematischen und überaus künstlerischen Film verdanken wir wohl „Requiem for a Dream“, wo alle Komponenten zu einem vollkommenden Gesamtwerk zusammengefügt wurden. „Pi“ ist bei weitem kein Mainstream und somit nicht für jeden Seher  zugänglich, doch das war die Mathematik bisher noch nie.

7/10

 

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