Gestern ist hierzulande der bereits sechste Teil des sogenannten DC Extended Universes angelaufen: „Justice League“. Den Anfang der Reihe machte 2013 „Man of Steel“ von Zack Snyder, der sowohl bei „Batman v Superman“ als auch zumindest teilweise beim neusten Teil Regie führte bis er aufgrund einer familiären Tragödie aussteigen musste.
Als Säugling muss der Kryptonier Kal-El von seinem Heimatplaneten fliehen und findet Unterschlupf bei den Menschen auf der Erde. Hier versucht er mit seinen außergewöhnlichen Fähigkeiten unter den Normalsterblichen zu leben. Nachdem der Bösewicht Zod die Erde angreift, bleibt der Menschheit nur noch eine Hoffnung: Kal-El muss zum Superman werden…
Zack Snyder inszeniert die Origin-Geschichte von Superman erfreulich düster und finster, was eindeutig das DC Universum von Marvel abgrenzt; der passende Ton wird somit getroffen. Dies liegt wahrscheinlich auch daran, dass Christopher Nolan etwas an der Geschichte mitgeschrieben hat und die Atmosphäre seiner „Dark Knight Triologie“ in einigen Szenen deutlich wiederzufinden ist. Diese Momentaufnahmen bilden auch eine große Stärke von „Man of Steel“. Leider gibt es davon im Gesamtwerk zu wenige und besonders in der zweiten Hälfte merkt man dann doch, dass es sich hierbei um einen Zack Snyder- Film handelt und nicht um einen Nolan.
Doch bleiben wir zunächst noch bei den positiven Dingen. Es ist erstaunlich, was für einen enorm starken Cast „Man of Steel“ beinhaltet. Wer Nebenrollen mit Leuten wie etwa Russel Crowe, Kevin Costner oder Diane Lane besetzten kann, hat schon großes Glück. Die schauspielerische starke Dichte ist wirkich beachtlich. Des weiteren überzeugt auch Henry Cavill als Superman. Er verleiht seiner Rolle genau die Präsenz und Zwiespaltigkeit, die es benötigt.
Hätte man sich auch in der zweiten Hälfte des Films auf einen starken Cast und eine gute Geschichte konzentriert, wäre aus „Man of Steel“ ein besonderer Superhelden-Film geworden, doch stattdessen artet er in eine nie enden- wollende und viel zu langgezogene Actionfrequenz aus, die mit Effekten überhäuft ist. Diese werden zwar mit der wunderbar epischen Musik von Hans Zimmer untermalt und sehen teilweise wirklich gut aus, verlieren aber spätestens nach 15 Minuten ihre Wirkung, da wirkliche Dramatik und Spannung überhaupt nicht aufkommt und das Gesehene eher in Langeweile mündet.
Alles was vorher einigermaßen gut aufgebaut wurde, verläuft schlussendlich in völlige Belanglosigkeit und man kann beim Sehen nicht mehr unterscheiden, ob es sich gerade um einen „Transformers-Film“ handelt oder ob wir noch im düsteren DC Universum sind. Weniger wäre hier mal wieder mehr gewesen, da der Film optisch im Grunde gut aussieht, allerdings davon viel zu viel auf den Zuschauer einbriselt, sodass sich dann doch die unangenehme Künstlichkeit der Bilder breit macht.
Zack Snyder verpasst es am Ende eine Verfilumg über Superman zu inszenieren, die wriklich überzeugt und nachhaltig in Erinnerung bleibt. Ansätze sind vorhanden, die düstere Grundstimmung und der Cast stimmen, doch diese Elemente kommen zu selten zum Vorschein und können schlussendlich nicht die Fehler der zweite Hälfte des Films vertuschen. Effekte und unendlich lange Actionszenen werden Story und Dramaturgie vorgezogen.
6,5/10
Hinterlasse einen Kommentar