Die Reihe von Filmen, die vom Streamingdienst Netflix hauseigen produziert werden, steigt weiter und vor kurzem ging der Horrorfilm „The Ritual“, der auf dem gleichnamigen Roman von Adam Nevill basiert, online.
Aufgrund eines Trauerfalls im Freundeskreis beschließen vier Männer, Anfang ihrer 40iger Jahre, sich auf einen Wanderausflug nach Schweden zu begeben. Nachdem einer der Freunde sich verletzt, wählt die Gruppe eine Abkürzung durch einen dicht bewachsenen Wald, doch dies hat fatale Folgen…
Okay zugegeben, diese Geschichte kommt einen doch mehr als bekannt vor und ja klare Parallelen zu Filmen wie etwa „The Blair Witch Project“ sind nicht zu leugnen, aber die Grundidee, dass Menschen sich im Wald verirren und plötzlich den puren Horror durchleben, hat auch ein Film wie „The Blair Witch Project“ nicht neu erfunden.
„The Ritual“ muss also mit dem bereits bekannten Gerüst den Zuschauer doch irgendwie überraschen oder zumindest halbwegs unterhalten/gruseln. Dies schafft der Netflixfilm immerhin etwas und war so eine kleine Überraschung, auch wenn er besonders im Mittelteil in zu bekannte Muster verfällt.
Durch eine kurze Einführung und einen tragischen Vorfall wird die Ausgangslage für den Wandertrip gut gelegt und es herrscht gleich eine besondere Atmosphäre, die man in diesem Genre nicht oft hat.
Das Setting des Waldes ist darüber hinaus sehr gut gelungen und bietet mit einer stets tristen und düsteren Bildgestaltung eine durchgehende Anspannung, die auch von den relativ engagierten Schauspielern mitgetragen wird, obwohl die Figuren bis auf den Hauptcharakter doch sehr stupide geschrieben wurden und teilweise mit ihrem Verhalten nerven, was aber in einem Horrorfilm leider nur zu häufig der Fall ist- dumme Entscheidung gehören in diesem Genre wohl einfach dazu. Des Weiteren ist der Umgang der Personen mit einigen Vorfällen im Wald nicht immer nachvollziehbar, besonders nach den ersten mysteriösen Vorkommnissen, ist die Reaktion der Betroffenen doch arg unrealistisch.
An der Auflösung solcher Horrorfilme scheitern die meisten Werke. „The Ritual“ hat ebenfalls derartige Probleme, diese sind aber nicht allzu groß im Vergleich zu ähnlichen Filmen. Trotzdem versucht man am Ende vieles zu entmystifizieren, was dann den Grusel nimmt. Größere Probleme hat „The Ritual“ aber in der Mitte des Films, wo viele Aktionen nur nerven und man vergleichbares auch schon gesehen hat.
Ein starker Beginn und ein relativ okayes Ende machen ihn unterm Strich dennoch sehenswert, allzu viel sollten man trotzdem nicht erwarten. Kleiner Tipp : Wenn man den Horror nur auf einer metaphorischen Ebene betrachtet, der für eine Trauer- und Schmerzverarbeitung steht, wertet dies den Film nochmal auf.
5/10
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