The Legend of Tarzan

Tarzan ist mit Sicherheit eine der bekanntesten Figuren in der Literatur. Nachdem Edgar Rice Burroughs den titelgebenen Mann aus dem Dschungel in seinem Roman“ Tarzan bei den Affen“ 1912 das aller erste Mal aufgriff, wurde dieser in den darauffolgenden Jahrzehnten in etlichen Verfilmungen thematisiert. 2016 wagte sich auch Harry Potter Regisseur David Yates an den Stoff, der zuletzt die Weiterführung des Joanne K. Rowling Universums „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ realisierte.

Seinen Sommerblockbuster besetzte er mit einem Cast, der alleine von den Namen her schon sehr neugierig macht: Alexander Skarsgard, Margot Robbie, Samuel L. Jackson und Christoph Waltz. Vorab soll schon mal gesagt werden, dass keiner der gerade aufgelisteten sein Potential entfalten kann, da Drehbuch und Story nicht viel hergeben.

David Yates zeigt uns zumindest eine Geschichte des Dschungelmannes, die man nicht so oft gesehen hat. Tarzan lebt mittlerweile einige Jahre mit seiner geliebten Jane als Lord Greystoke in England und führt ein adeliges Leben. Als er erfährt, dass in seinem Heimatland dem Kongo die Sklaverei eingeführt wurde, kehrt er in den Dschungel zurück, um als Tarzan die Menschen dort zu retten.

Tarzan befreit Afrika, so könnte der Titel auch lauten und dass er als weißer Mann die Ureinwohner Afrikas retten muss, weil diese sich nicht alleine befreien können, wurde häufig als offenkundiger Rassismus kritisiert. Ich persönlich denke man sollte hier nicht allzu viel reininterpretieren. Die Figur Tarzan ist nun mal weiß und sein Geburtsort der Dschungel liegt in Afrika. Eine umgekehrte Geschichte mit einem Afrikaner, der nach Europa reist, um seine Freunde zu retten, wäre wahrscheinlich auf weniger Gegenwind gestoßen.

Aber nun ja, zurück zum eigentlichen Film. „The Legend of Tarzan“ ist ein typischer Blockbuster, beziehungsweise auch eine typische Neuverfilmung einer bekannten Figur: Story schwach, Figuren blass, aber optisch einigermaßen okay.

Besonders die Nahaufnahmen der Tiere wirken stark, allerdings besitzt der Film auch einige Effekte, die wirklich nicht dem heutigen Standard entsprechen(besonders am Ende). Da hat man insgesamt beispielsweise bei der neuen „Planet der Affen“- Trilogie bessere Tricktechniken gesehen, denn nicht alle Tieren wirken gut animiert.

Die Besetzung klingt wie vorhin schon gesagt stark, spielt aber keineswegs stark auf. Christoph Waltz verkörpert mal wieder sich selbst. Seit „Inglourious Basterds“ ist seine Mimik und Gestik, seine Art zu sprechen stets gleich. Dies ist auf den ersten Blick cool, wird auf Dauer aber eintönig und überraschungsarm. Alexander Skarsgard wirkt eher wie ein Model als der Mann, der bei den Affen groß wurde. Sein Körper ist fein definiert und von oben bis unten voll mit Muskeln, dennoch nimmt man ihm die Rolle des Wilden nicht ab. Auch eine emotionale Andeutung bzw. Zerrissenheit, nachdem er an den Ort seiner Kindheit zurückkehrt, bleibt aus. Margot Robbie kann als Jane ebenfalls nicht überzeugen. Sie sieht zwar die ganze Zeit nett aus, aber wirkliche Tiefe lässt sie nicht zu und wird auf Dauer durch ihre Sprüche bezüglich ihres ach so starken Ehemanns nur noch nervig. Samuel L. Jackson soll für den Humor im Film da sein, aber da er gefühlt in jedem großen Blockbuster mitspielt und dort immer die gleichen Sprüche bringt, ist seine Figur auch einfach nur überflüssig.

So bleiben unterm Strich große Namen, die ihr Talent nicht entfalten dürfen. Der Film plätschert so vor sich hin und ist dabei sehr sehr vorhersehbar. Spannung kann nicht aufkommen, da auch erst zum Ende bevor es zum großen Showdown kommt, aufgelöst wird, was eigentlich die ganze  Zeit das Problem war. So können wir als Zuschauer nicht mitfiebern und uns bloß an den relativ guten Actionfrequenzen satt sehen.

Positiv bleibt festzuhalten, dass ein gutes Tempo vorgelegt wird und versucht wird eine relativ düstere Atmosphäre aufzubauen. An „The Legend of Tarzan“ sollte man keine allzu großen Erwartungen haben, dann wird man auch nicht enttäuscht. Ein okayer Blockbuster, dem man sein Geld meistens ansieht, aber keine gute Geschichte erzählt und seine Protagonisten wirr durch den Kongo jagt.

4,5/10

2 Antworten auf „The Legend of Tarzan

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