Operation:Overlord

Nazis abschlachten hat in der Medienlandschaft eine lange Historie. Sie stellen das ultimative Böse dar und sie zu vernichten ist nicht nur eine unglaubliche Genugtuung, sondern macht auch noch „Spaß“. Frühere Computerspiele wie „Wolfenstein“ haben das Ganze dann noch ultimativer dargestellt und die Komponente Nazi mit der Komponente Monster verfeinert. Herausgekommen ist ein ganzes Subgenre, was auch in der Filmlandschaft immer wieder Anklang findet, zumeist sind es hier die Zombies und oft sind diese Filme billig produziert, machen dennoch bei einem kühlen Bier in lockerer Runde Spaß.

Was in diesem speziellen Genre rauskommt, wenn ein großer Produzent dahinter steckt und etwas Geld zur Verfügung steht, zeigt „Operation: Overlord“.

1944: Eine Gruppe von Alliierten findet bei ihrem Einsatz in der Normandie ein geheimes Labor der Nazis, in dem mysteriöse Experimente vonstattengehen. Bewohner des nahegelegenen Dorfes werden immer wieder für menschliche Versuche abgeschleppt und kommen deformiert zurück. Die Truppe um Corporal Lewis Ford versucht der Sache auf den Grund zu gehen, hat dafür aber nicht viel Zeit…

Produziert wurde „Operation: Overlord“ unter anderem von J.J. Abrahams und das sieht man. Der Film hat einen tollen Look und weiß durch sein spannendes und brutales Setting zu glänzen.

Gleich zu Beginn des Films wird man in ein Schlachtgetümmel geworfen, welches auch gut aus einem hochklassigen 2.Weltkriegs-Film hätte stammen können. „Operation: Overlord“ bleibt nämlich lange Kriegsfilm, bevor er in das Subgenre des Nazizombiefilms überschwappt. Und auch dann setzen die Macher die Schockmomente gekonnt und gut dosiert ein. Wenn es knallt, dann richtig. Qualität vor Quantität. Natürlich verbirgt sich hinter diesem Film kein Meisterwerk. Ein unterhaltsamer, blutiger Trip wird aber dennoch in den ganzen 110 Minuten geboten.

Die Richtung der Story und die dahinter versteckte Heldengeschichte sind schnell erkannt und die Darsteller versuchen aus ihren stereotypischen Figuren das Beste rauszuholen. Alle machen hier einen soliden, guten Job. Der bekannteste Darsteller ist wohl Pilou Asbæk, den man aus „Game of Throne“ als Euron Graufreud kennt. Er spielt hier den Oberbösewicht der Nazis.

Stellenweise nimmt sich „Operation: Overlord“ zu ernst, eine Prise mehr Selbstironie hätte dem Ganzen nicht geschadet. Auch die Gefühlsduselei hätte es nicht unbedingt gebraucht.

Unterm Strich bleibt aber eine erfrischende Abwechslung zu all den Kriegsfilmen, die man sonst so geboten bekommt. Regisseur Julius Avery bietet in knapp 2 Stunden gutgemachte Action mit sympathischen Darstellern und einer stumpfen Story. Perfekt für einen geselligen Abend eben.

7/10

 

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