Gold

Was haben Robert Pattinson, Daniel Radcliffe und Zac Efron gemeinsam? Alle verbindet, dass sie einst gefeierte Teenie-Schwärme waren und nun versuchen sich diesem Image mehr und mehr zu entziehen. Und wie schafft man dies am besten? Richtig, indem man dreckige, ernste Rollen in erwachsenen kleineren, vielleicht schon Arthouse-angehauchten Filmen übernimmt. Robert Pattinson ist dies so gut gelungen, dass er nunmehr zur obersten Schauspielerriege in Hillywood gehört und mit großen Rollen überhäuft wird. Oben zuletzt genannter, Zac Efron, muss diesen Weg noch gehen und hat damit so richtig im letzten Jahr begonnen als er in „Gold“ von Anthony Hayes die Hauptrolle übernommen hat und in diesem optisch fast gar nicht wiederzuerkennen ist sowie eine klasse One-Man-Show liefert.

Australien in einer unbekannten Zukunftsdystopie: Der heimatlose Virgil sucht Mitten in der weiten Wüste von Australien ein nicht näher beschriebenes „Gebiet“, wo laut ausgeschriebenen Flyer, den er mit sich trägt, jeder Mann sein Glück innerhalb von vier Monaten findet. Um in dieses Gebiet zu kommen, hat er den Fahrer Keith engagiert. Während ihrer gemeinsamen Überfahrt ins Nichts, machen sie die Entdeckung eines riesigen Klumpen Golds. Da dieser allerdings nicht so leicht zu transportieren ist, beschließen sie, dass einer der Männer das Gold bewacht, während der andere einen Bagger organisiert. Das Beschaffen nimmt jedoch einige Tage in Anspruch, sodass Virgil einen erbitterten Kampf gegen Hitze und Natur Irgendwo im Nirgendwo führen muss…

Mensch gegen Natur ist ein beliebtes und effektives Szenario, welches Zuschauer oft auf eine intensive Reise mitnimmt. „Gold“, der nicht zu verwechseln ist mit dem „Gold“ aus dem Jahr 2016 mit Matthew McConaughey, bringt hier die Naturgewalt der Hitze bzw. der Sonne beeindruckend ein. Wenn Efron sich mehrere Tage der brennenden Sonne ausgeliefert sieht, erkennt man das auch in der Veränderung seiner Haut. Aus einem beginnenden Sonnebrand werden Pusteln bis hin zu bösartigen Verkrustungen. Das sieht nicht schön aus, fördert aber die Intensivität. Generell beweist Zac Efron, dass er durchaus ein guter Schauspieler ist. Inmitten der australischen Wüste bringt er die verschiedensten Facetten, über puren Überlebenskampf bis hin zur absoluten Verzweiflung, eindringlich auf die Leinwand.

Die im Film angesprochene Dystopie/Apokalyspe bleibt ein nicht näher beschriebenes Szenario, welches irgendwo im Hintergrund schwebt. Schade, hier hätten mehr Details durchaus gut getan, um das Worldbuilding in sich schlüssiger zu machen. Gerade aus deshalb, da der Film immer wieder, aber besonders zum Ende hin, gesellschaftlich und moralisch kritische Töne einschlägt. Für die volle Entfaltung dieser hätte es das dystopisch angehauchte Setting gar nicht gebraucht.

„Gold“ erfindet das Genre sicherlich nicht neu, bietet aber grundsätzlich eine angenehme Spannung und einige beeindruckende Aufnahmen vom australischen Outback. Ruhige, atmosphärische Bilder stehen immer wieder im Kontrast zur nackten Gewalt.

Zac Efron beweist in diesem kleineren Survial-Trip, dass er für ernstere Rollen durchaus ein Talent besitzt und wird in Zukunft sicherlich häufiger in diesen zu sehen sein. „Gold“ ist ein ruhiger, spannender Überlebenskampf-Film, der seine Kraft aus dem starken Spiel von Zac Efron und einigen schönen Landschaftsaufnahmen zieht. Dem entgegen stehen allerdings die ein oder andere Länge sowie Logiklöcher und fehlende Innovation.

6/10

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