„Lux Aeterna“, so lautet das Musikstück, das wohl jeder kennt, aber nur die wenigsten mit „Requiem for a Dream“ in Verbindung bringen. Aufgrund seiner Emotionalität und Einprägsamkeit ist es enorm beliebt und wurde schon für diverese andere Trailer benutzt. Seinen Ursprung hatte es allerdings in dem Meisterwerk von Darren Aronofskys, der bis auf seinen letzten Film „Noah“ nur gute bis sehr gute Filme realisiert hat.
2000 machte er einen seiner vielleicht besten, wenn nicht einen der besten Filme überhaupt. „Requiem for a Dream“ präsentiert uns in 97 Minuten einen Rausch der Sinne, den Zerfall von vier süchtigen Menschen und übt zeitgleich eine Gesellschaftskritik aus, ohne dabei zu sehr den Zeigefinger auf eben diese zu richten.
Das drogensüchtige Paar Harry und Marion träumt von einem eigenen Modeladen und einer gemeinsamen Zukunft. Harrys Mutter bekommt die Chance auf einen Fernsehauftritt und versucht alles, um in ihr altes Kleid zu passen. Tyrone, Harrys bester Freund, steigt in den Drogenhandel mit ein und will großes Geld machen.
Vier Protagonisten, vier Geschichten, vier Sehnsüchte, die alle miteinander verknüpft sind und grandios dargestellt werden. Ellen Burstyn, Jared Leto, Jennifer Connelly und Marlon Wayans so heißt der Cast, der einem die volle Bandbreite an Emotionen darbietet. Überragend!
Darren Aronofsky ist ein visionärer Regisseur und weiß durch seine ganz eigene Machart zu gefallen. In seinem „Requiem for a Dream“ findet er durch schnelle Schnitte, überlaute Töne und häufige Nahaufnahmen die perfekte Mischung von Bild, Ton und Story. Es fühlt sich an als würde man den Rausch mit den Figuren miterleben, spürt ihren Schmerz und ihre Ängste.
Hoffnung mag nur kurz aufkeimen, Tristheit und Trübseligkeit nehmen den größten Platz ein. Die Menschen leben für sich. Hilfsbereitschaft und Nächstenliebe sind in Aronofskys Welt Fremdwörter. Träume sind vorhanden, doch durch Drogen bleiben sie unerreichbar.
„Requiem for a Dream“ will nicht belehren, nicht vorheucheln, nichts anprangern. Er steht für sich, lässt die Geschichte und vor allem die Bilder sprechen und konfrontiert den Zuschauer mit Ängsten und der Abstinenz von Zuversicht. Jedoch sollte jedem nach dem Film klar sein, wie man zu Drogen stehen muss.
Im Vergleich zu anderen Werken dieser Art wird nicht nur die Sucht nach Rauschmitteln thematisiert, sondern es wird klar aufgegriffen, dass es viele Süchte gibt und somit alles zur Droge werden kann, wenn man zu viel von der jeweiligen Sorte konsumiert.
Man muss konstatieren, dass Darren Aronofsky nichts beschönigt. Er hält voll drauf und zeigt uns nicht nur den psychischen, sondern auch den körperlichen Verfall, gerade zum Ende hin sollte man sich auf krasse Bilder einstellen.
Unglaublich intensives, phänomenal gespieltes und musikalisch vollkommen unterlegtes Meisterwerk, das einen bis auf die Nieren erschüttert, einen packt und nie mehr loslässt.
10/10
Hinterlasse einen Kommentar