Tom Cruise ist ja so eine zwiespältige Figur, die einen bewundern ihn für seine coole, charmante Art und für sein Faible an selbstdurchgeführten Stunts, die anderen verurteilen ihn für seine Scientology Mitgliedschaft und können mit seinem Typ als Schauspieler recht wenig anfangen. Auch bei seiner Filmauswahl scheint Cruise eine Wundertüte zu sein: Während er das ein oder andere mal wahre Meisterwerke(u.a. „Collateral“ oder „Last Samurai“) mitgestaltet, greift er bei seinen Filmen ab und zu auch in die Kloschüssel( “ Die Mumie“). „Edge of Tomorrow“ aus dem Jahre 2014 von Doug Liman ist ein Film, der sowohl den Fans von Cruise gefallen wird, als auch für den Cruise-Hasser geschaffen ist, denn der liebe Tom wird hier auf verschiedenste Weise immer und immer wieder getötet…
In einer nicht näher beschriebenden Zukunft kämpft die Menschheit gegen eine außerirdische Invasion ums Überleben. Der Major Bill Cage gerät durch ungünstige Missstände in ein großes Kampfgetümmel und stirbt, allerdings erwacht er ziemlich schnell von den Toten und erlebt den selben Tag ab sofort in Dauerschleife…
Ja, dieses Szenario kennt man irgendwo her. Nämlich aus dem Kultfilm „Und täglich grüßt das Murmeltier“ mit Bill Murray. Regisseur Liman nimmt diese Ausgangslage und verpackt sie mit viel Action und außerirdischem Tamtam und kann sich dabei auf einen bestens aufgelegten Tom Cruise verlassen, der wunderbar selbstironisch durch den Film führt und dabei gekonnt seine Stärken einsetzt.
Auch, wenn diese Geschichte nicht ganz unbekannt ist, ist sie in diesem Genre doch mal eine gefällige Abwechslung und Doug Liman vermeidet es so, dass sein Film zu einem typischen 0815- Hollywood Blockbuster verkommt.
Effekte, und davon gibt es in diesem Film viele, sind über weite Strecken gelungen, trotz dessen, dass mir die Kampffrequenzen etwas zu schnell geschnitten wurden und so der Überblick etwas darunter leidet. Natürlich ist dies der außerirdischen Gefahr geschuldet, die hier quasi als Tentakel aus Metall dargestellt wird und dementsprechend extrem schnell mit seinen Greifarmen umher wirbelt, ähnlich wie die Maschinen aus „Matrix“.
In Nebenrollen haben wir starke Leute wie Brendan Gleeson und Emily Blunt, die aber natürlich aufgrund des Drehbuchs und dem Blockbuster geschuldeten Zweck nicht voll aufspielen können. Tom Cruise ist Tom Cruise und macht, wie bereits gesagt, seine Sache gut und entwickelt sich im Laufe des Films immer weiter zum positiven.
„Edge of Tomorrow“ ist alles in allem mal eine positive und erfrischende Abwechslung in diesem Genre, aber kämpft an einigen Stellen mit Logikfehlern und wirkt am Ende doch zu überladen. Die perfekte Balance zwischen Unterhaltung und Anspruch wird nicht immer gefunden, aber für einen kurzweiligen und rasanten Spaß wird gesorgt.
7/10
Ich war auch ganz positiv überrascht von dem Film. Ist ganz nett gemacht.
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