Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind

Unter Fantasyfans gibt es wohl nur zwei Lager, wenn es um die Frage geht was das Fantasyepos schlechthin ist. Die einen vergöttern das „Harry Potter“- Universum, während andere nur die Mittelerdesaga akzeptieren. In den nächsten Wochen soll es schwerpunktmäßig um die Welt von J.K. Rowling gehen, die 2016 mit dem Film „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ erweitert wurde. Regisseur David Yates, der auch schon bereits für die letzten vier „Harry Potter“- Filme zuständig war, übernahm hier wieder den Regiestuhl und wird auch für die geplanten vier Fortsetzungen verantwortlich sein.

Im Gegensatz zu „Harry Potter“ spielt „Phantastische Tierwesen und wo sie zu finden sind“ in New York. Hierher reist nämlich der Magizoologe Newt Scamander, um seinen Donnervogel Frank in den Weiten von Arizona frei zu lassen. Nachdem Newt seinen magischen Koffer, in dem er all seine phantastischen Tierwesen aufbewahrt, mit dem des Nichtzauberers Jacob Kowalski vertauscht, gerät er in eine Reihe von Abenteuern und muss sich schließlich auch mit Angriffen eines Obscurus auf die Stadt auseinandersetzen…

Newt Scamander wird verkörpert vom Briten Eddie Redmayne, der seine Figur des leicht autistischen, schüchternen, aber dennoch abenteuerlustigen Magiers toll spielt, sodass man ihm gerne folgt und somit den Platz einräumt, den Harry Potter hinterlassen hat. Seine beiden Weggefährten werden unter anderem von Katherine Waterston dargestellt, die man zuletzt auch in „Alien: Covenant“ sehen konnte. Ihre Performance fällt im Dreiergespann etwas ab, dennoch wird sie nie gleichgültig.

Highlight der Figuren ist mit Sicherheit Jacob Kowalski, der durch Zufall in die Zauberwelt stößt und quasi verzaubert wird. Mit seiner Rolle können wir uns als Zuschauer am meisten identifizieren, sodass wir im Vergleich zu „Harry Potter“ die magische Welt diesmal mit einem „Muggel“ erkunden.

Diese zauberhafte Welt wurde wieder toll umgesetzt. Es ist besonders interessant jetzt ein anderes Setting als England beziehungsweise London vorzufinden, auch die andere Zeitepoche in den 20er ist mehr als gelungen. Allerdings fehlt es im Vergleich zu den „Harry Potter“- Filmen an Flair und Magie, da der Film durchaus düsterer ist als einige seiner Vorgängerfilme, durch den übermäßigen Einsatz an CGI wirkt dennoch vieles kühler und überladener. Besonders das Ende erinnert mehr an einen Marvelfilm, als an einen magischen Film aus dem „Potter-Universum“.

Das Bemühen der Macher, mit einem so großen Franchise sorgfältig und behutsam umzugehen, ist in jeder Sekunde zu spüren, nichtsdestotrotz wird man beim Sehen das Gefühl nicht los, dass David Yates und sein Team zu viel in einen Teil packen wollten, sodass sich die Geschichte ziemlich zieht.

Wir haben Newt, der sich um seine Tierwesen kümmern muss, aber parallel bedroht noch eine dunkle Macht New York. Die Balance zwischen diesen beiden Handlungssträngen gelingt nicht immer. Der Fokus verschiebt sich zunehmend und interessant wird es dann erst am Ende wieder.

Insgesamt ist es aber David Yates gelungen liebevolle Figuren zu skizzieren, die einem schnell ans Herz wachsen und einem so den Einstieg in ein neues Abenteuer erleichtern. Für alle „Harry Potter“- Fans ist dieser Film eh ein Muss. Dem normalen Kinogänger erwartet ein guter Blockbuster, der düsterer und erwachsener ist als andere „Harry Potter“- Filme, im Kontrast dazu aber weniger Atmosphäre und Zauber versprüht.

6,5/10

 

 

 

Hinterlasse einen Kommentar

Bloggen auf WordPress.com.

Nach oben ↑