Robin Hood

Eine Robin Hood Verfilmung im Stile der Dark Knight Trilogie? Robin Hood als düsterer John Wick Verschnitt? Krasse Stunt Szenen und Leonardo DiCaprio als Produzent?

Alles was man im Vorfeld zu „Robin Hood“ aus dem Jahr 2018 hören konnte, machte eigentlich Lust auf mehr und versprach vielleicht doch einen Grund die bekannte Story des berühmten Outlaws zum x mal auf die Kinoleinwand zu bringen.

Die ersten Trailer ließen dann jedoch Böses erahnen und was soll man sagen? „Robin Hood“ von Serienspezialist Otto Bathurst ist einer der anstrengendsten Filme der letzten Jahre geworden und hat eigentlich kaum Daseinsberechtigung.

Der reiche Robin von Loxley wird auf den Kreuzzug nach Jerusalem geschickt, um dort gegen die Muslime zu kämpfen. Als er nach Nottingham zurückkehrt, muss er feststellen, dass der böse Sheriff die Bevölkerung unterdrückt und ihnen das Geld schonungslos aus den Taschen zieht. Kurzum beschließt Robin selbst zum Dieb zu werden und das Geld den Reichen zu stehlen, um es den Armen zu geben…

Die Story ist allseits bekannt und Otto Bathurst und sein Team erfinden das Rad hierbei auch nicht neu. Zwei Aspekte sind dann aber doch minimal „neu“, wobei einer davon dreist geklaut ist.

So wird Robin Hood hier tatsächlich zum „Dunklen Ritter“. In feiner Batman Manier schlüpft er nachts in seine Verkleidung und bestiehlt die Adeligen, um tagsüber den feinen Lord zu spielen. „Robin Hood im Stile der Dark Knight Trilogie“… Gähn. Des Weiteren wird Marian, Robins Geliebte, hier auch zur Freiheitskämpferin. Allerdings verliert er ihr Herz erst an einen anderen… Das Drama ist vorgeschrieben.

Punkten kann die neuste Version von „Robin Hood“ mit einigen netten handgemachten Stunts und relativ sympathischen Nebenfiguren. Der Rest des Casts ist blass. Jamie Foxx mimt den schwarzen Little John und Taron Egerton beweist als Robin zwar sehr viel Geschick mit Pfeil und Bogen, verleiht seiner Figur aber keine Tiefe oder Charisma.

Direkt zu Beginn berichtet der Erzähler davon, dass wir alles, was wir über Robin Hood wissen, vergessen sollen, nur um uns dann genau die gleiche Leier erneut zu zeigen. Weiter wird berichtet, dass es egal ist in welcher Zeit „Robin Hood“ spielt und das sieht man.

Es kommt zu einer bunten Mischung aus Neuzeit, Mittelalter und Industrialisierung. Lederboots, Jeanshose und Wollmützen flimmern so über die Leinwand und das wäre zunächst nicht schlimm, wenn man den Ansatz einer zeitlosen Erzählvariante wählen würde. In Kombination mit historischen Ereignissen, wie den Kreuzzügen, ist das schräg und nervig.

Apropos Kreuzzüge. Die Kämpfe zu Beginn ähneln mehr Gebäudekämpfen im Irakkrieg als Mittelalterschlachten im 13. Jahrhundert. Passend dazu gibt es vollautomatisierte Armbrüste und Molotowcocktails.

„Robin Hood“ findet einfach kein Gleichgewicht und schlendert so von Actionszene zu Actionszene, die teilweise leider so wackelig geworden sind, dass man gar nichts erkennt.

Unterm Strich bleibt bloß zu sagen, dass eine geplante Fortsetzung wohl nie stattfinden wird. Zum Glück. „Robin Hood“ von 2018 ist eine völlig unnötige, blut-und seelenlose Neuerzählung, die nichts Neues zu erzählen hat. Stattdessen lieber nochmal die Disneyverfilmung oder Kevin Costner-Variante ansehen.

3,5/10

 

 

 

3 Antworten auf „Robin Hood

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    1. Von der Inszenierung her vergleichbar mit der King Arthur Verfilmung von Guy Ritchie, bloß in noch schlechter.
      Die hatte wenigstens noch etwas Charme und einen coolen Charlie Hunnam.
      Würde ich tatsächlich von abraten.

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      1. King Arthur… uuah… der ging ja auch nicht.
        Bei Arthur bevorzuge ich immer noch Excalibur.
        Bei Robin mag ich halt die beiden Versionen mit Kevin Costner und Russel Crowe.

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