Together

In den letzten Jahren haben sich immer wieder junge, aufregende Regisseure im Genre des Horrors ausgetobt. Teilweise experimentell, teilweise schockierend erfrischend, teilweise sogar revolutionär. Mit „Together“ aus dem Jahr 2025 schuf der australische Regisseur Michael Shanks eine Beziehungsstudie eines langjährigen Paares in ihren Dreißigern, eingebettet in das Subgenre des Body Horrors.

Tim und Millie sind seit vielen Jahren ein Paar, doch so richtig funkt es zwischen den beiden nicht mehr. Sie ist Grundschullehrerin, er erfolgloser Musiker. Durch einen Umzug in eine ländlichere, abgeschottete Gegend erhoffen sich beide, frischen Wind in ihre Beziehung zu bringen und sich wieder näherzukommen. Durch unglückliche Umstände kommen die beiden jedoch mit einer mysteriösen Substanz in Kontakt, die dafür sorgt, dass sie sich nun tatsächlich wieder näherkommen und im wahrsten Sinne des Wortes miteinander verschmelzen.

Gleich in den ersten Minuten des Films erkennt man Michael Shanks‘ Vorbilder für sein Regiedebüt. Wenn zwei Hunde eins werden, erinnert das doch stark an John Carpenters „The Thing“. Dieses Ausmaß an Explizität wie im Horrorklassiker von 1982 erleben wir hier allerdings nie. „Together“ ist eindeutig ein milderer Vertreter seines Subgenres und blendet meistens weg, wenn es dann ganz hart wird. Einige fiese Momente hat der Film dennoch parat.

Der Hauptfokus liegt allerdings nicht auf den Ekeleffekten, sondern das Zusammenwachsen beziehungsweise der Weg dorthin darf vielmehr als metaphorische Beziehungsstudie verstanden werden. Im Fokus stehen deshalb vor allem Shanks‘ Hauptfiguren, die von Dave Franco und Alison Brie erfrischend leichtfüßig verkörpert werden. Die Bildsprache ist stark und entwickelt trotz eines mit Genrekonventionen und Klischees gespickten Drehbuchs immer wieder eine angenehme Eigendynamik. Nicht selten entwickelt sich „Together“ dabei sogar zur schwarzen Komödie. Den großen Schrecken kommentiert Michael Shanks immer wieder mit einem Augenzwinkern, was für ein kurzweiliges Seherlebnis sorgt.

Im Schauspiel wird es für das Protagonistenpaar zwar körperlich, doch ihre eigentliche Aufgabe besteht darin, die alltägliche und ermüdete Routine dieses eingerosteten Paares glaubwürdig zu verkörpern. Durch kleine Zwischentöne und ein routiniertes Spiel, gerade von Dave Franco, gelingt dies glücklicherweise nahezu spielerisch.

„Together“ ist letztendlich mehr „The Substance“ als „The Thing“ und dennoch in seinem Abschluss deutlich harmonischer als viele andere Vertreter des Subgenres der letzten Jahre. Dadurch wirkt der Film auch nicht ganz so lange nach wie einige seiner Genrekollegen. Leichtfüßig, romantisch, wild und zugleich angenehm eigenständig präsentiert sich Michael Shanks‘ Regiedebüt. Zwar ist der Film mit einigen Klischees gespickt, entwickelt dabei aber dennoch eine eigene Sprache und liefert kurzweilige, wenn auch weniger eindringliche Unterhaltung.

7/10

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